Der 2. Juli-Nationalfeiertag in Lautenbach

182 Jahre ist es nun schon her (1834/35), dass Lautenbach von einer todbringende Epidemie, dem sogenannten Nervenfieber (Kopfgrippe bzw. Hirnhautentzündung), heimgesucht wurde. Innerhalb von 14 Monaten raffte die Krankheit 61 Bürgerinnen und Bürger dahin. Keine ärztliche Kunst und keine Medikamente konnten dagegen helfen. In höchster Not machten die Lautenbacher ein Gelübde, zu Mariä Heimsuchung am 02. Juli eines jeden Jahres einen Feiertag abzuhalten und an besagtem Tag unter Androhung einer empfindlichen Geldstrafe (1 Florent/Gulden und 30 Kreuzer) sich „jeder knechtischen Arbeit zu enthalten“. Er wird bis heute als höchster Feiertag Lautenbachs gefeiert.

 

Die Bürger werden morgens um sechs Uhr mit den traditionellen Böllerschüssen geweckt, um rechtzeitig am Festgottesdienst, dieses Jahr bereits um 09:00 Uhr, in der Kirche Mariä Heimsuchung teilzunehmen. Dekan Josef Rösch hat dazu Gerold Siegel, Dekan im Ruhestand, als Gastprediger eingeladen, um mit den Gläubigen zusammen die Messe zu feiern. Anschließend organisiert die Kolpingsfamilie von Lautenbach einen Frühschoppen, der von den Lautenbacher Musikanten im Rahmen eines Kurkonzerts begleitet wird. Um 16:30 Uhr geht es dann in einer großen Prozession mit musikalischer Begleitung der Lautenbacher Musiker vom Kirchplatz durch das Dorf hinauf zu Illert-Kapelle. Eine Andacht auf dem Vorplatz wird mit Liedern des Kirchenchors umrahmt. „Großer Gott wir loben Dich“ und das „Badnerlied“ beenden die Prozession an der alten Kirche in der Ortsmitte.

 

Die Illert-Kapelle wurde 1867 erbaut und war eine fromme Stiftung der ledigen Agnes Schillinger aus dem Jahre 1865. Der Bau wurde von dem Lautenbacher Mauer A. Fortenbacher ausgeführt. Vor dieser Zeit gab es eine offene Nische mit einem Madonnenbild, die sich oberhalb am Waldrand in Richtung Loffenau befand. Knapp 100 Jahre später, 1960, erhielt die Kapelle ihr heutiges Aussehen. Im kommenden Jahr wird das Kirchlein 150 Jahre alt.

 

Gäste sind herzlich eingeladen, diesen besonderen Gelübde-Tag zusammen mit den Lautenbacher Bürgerinnen und Bürger zu feiern.

 

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