Geschichtliches

Die Gründungsgeschichte des      Musikverein Lautenbach e.V.

Die Musiker des „größeren“ Mandolinen-Clubs Lautenbach, gründeten am 16. Oktober 1925 im Gasthaus „Sonne“ den Musikverein Lautenbach, dem sich schnell auch Mitglieder des kleinen Mandolinen-Clubs und des Streich-orchesters aus Lautenbach anschlossen. Während der damaligen Versammlung stellten sich spontan 10 Männer als aktive Musiker zur Verfügung. Andere trugen sich als passive Mitglieder ein. Somit waren die personellen Voraussetzungen geschaffen, im Sinne einer bodenständigen Volkskultur, die „Pflege, Erhaltung und Förderung der guten Blasmusik“ aufzunehmen.            Für die Beschaffung der Instrumente stellte während der Gründungs-versammlung der „Sonnenwirt“ Friedrich Göhring 915 Reichsmark zu einem „mäßigen Zinsfuß“ zur Verfügung. Zum ersten Vorstand wurde
Ferdinand Schiel gewählt.
Der Verein wuchs kontinuierlich und am Ende des Jahres 1926 waren 48 aktive und fördernde Mitglieder eingetragen.
Das 10jährige Bestehen wurde mit einem großen, noch niemals in Lautenbach dagewesenen Fest gefeiert. Alle örtlichen Vereine machten mit und 13 Gastkapellen, darunter die Patenkapelle Ottenau, waren zu Gast.             Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs konnte das Musizieren nicht mehr aufrecht erhalten werden. Erst am 10. März 1948 erteilte das französische Militärgouvernement in Rastatt nach langwierigen Gesuchen die Genehmigung, eine neuerliche Gründungsversammlung abzuhalten. 15 Aktive und 50 passive Mitglieder standen bereit, endlich wieder Blasmusik zu spielen.  1951 wurde das 25jährige Jubiläumsfest gefeiert. Als Vereinskleidung ließ man einheitliche Mützen mit einem „Lyra-Anstecker“ herstellen.                            1965, zum 40. Geburtstag gelang es, durch eine Spendenaktion in ganzen Dorf und der Zuzahlung eines jeden Musikers von 50 DM, die erste Uniform anzuschaffen.
Der Eintrag als „e.V.“ im Vereinsregister beim Amtsgericht Gernsbach erfolgt 1971.
Die Idee für das heute noch durchgeführte „Vatertagsfest“ an Christi Himmelfahrt entstand bereits 1973.

Ein herausragendes Ereignis war das 50jährige Jubiläum 1975. Es begann am 03. Mai mit einem Festkonzert im Gründungslokal „Sonne“. Vom 14.-16. Juni wurde auf dem Festplatz beim Dorfeingang im großen Festzelt gefeiert. 15 Musikkapellen waren über drei Tage in Lautenbach zu Gast.
 
Der Mitgliederstand ist 1981 auf 250 Aktive und Fördernde rasant angestiegen. 1982 wurde das Bürgerhaus Lautenbach umrahmt vom Musikverein eingeweiht und die Musiker zogen kurz darauf in den neuen Proberaum in diesem Gebäude um. Das jährlich erscheinende „MusikerBlätt’l“ wurde in diesem Jahr erstmals herausgebracht.
Aktuell zählt der Verein 252 Mitglieder, davon 29 Aktive und 213 fördernde Mitglieder.
Der Musikverein Lautenbach ist nicht nur ein wichtiger Faktor kulturellen Lebens. Mitglied zu sein bedeutet, sich aktiv im Vereinsleben einzubringen und seine Begeisterung zur traditionellen und modernen Blasmusik auszudrücken. Der Nachwuchs ist das wichtigste Kapital eines jeden Vereins. Deshalb arbeiten der Vorstand und die Musikerinnen und Musiker mit all ihren Kräften an einer engagierten Ausbildungs- und Jugendarbeit. Gerade in der Zeit von Social-Networks wie Facebook, Google und Yahoo ist es wichtig, die Tradition im Sinne unserer Gründerväter kontinuierlich aufrecht zu erhalten und fortzuführen.                                                                                                 (Grundlage dieses Textes ist die Vereinschronik zum 75. Jubiläum aus dem Jahr 2000, erschienen in der Jubiläumsausgabe und zusammengestellt von Erwin Schiel. Redaktionelle Überarbeitung durch Günther R. Merkel)

Der 2. Juli – das Lautenbacher Gelübde

1834/35 war für Lautenbach ein unheilvolles Jahr. Eine todbringende Epidemie, das sogenannte Nervenfieber (Kopfgrippe bzw. Hirnhautentzündung) raffte innerhalb von 14 Monaten 61 Bürgerinnen und Bürger dahin. Keine ärztliche Kunst und keine Medikamente konnten dagegen helfen. In höchster Not machten die Lautenbacher ein Gelübde, zu Maria Heimsuchung am 02. Juli eines jeden Jahres einen Feiertag abzuhalten und an besagtem Tag unter Androhung empfindlicher Geldstrafen sich „jeder knechtischen Arbeit zu enthalten“. Er wird bis heute als höchster Feiertag Lautenbachs gefeiert. Die Bürger werden morgens um sechs Uhr mit den traditionellen Böllerschüssen geweckt, um rechtzeitig am Festgottesdienst um 09:30Uhr in der Kirche Mariä Heimsuchung teilzunehmen. Anschließend organisiert die Kolpingsfamilie von Lautenbach einen Frühschoppen, der von den Lautenbacher Musikanten im Rahmen eines Kurkonzerts begleitet wird. Um 16:00 Uhr geht es dann in einer großen Prozession mit musikalischer Begleitung der Lautenbacher Musiker vom Kirchplatz durch das Dorf hinauf zu Illert-Kapelle. Eine Andacht vor der Kapelle wird mit Liedern des Kirchenchors umrahmt.                                                                                                             „Großer Gott wir loben Dich“ und das „Badnerlied“ beenden die Prozession an der alten Kirche in der Ortsmitte. Danach lässt man es in den Lautenbacher Gasthöfen gemütlich ausklingen.                                                                           Die Illert-Kapelle wurde 1867 erbaut und war eine fromme Stiftung der ledigen Agnes Schillinger aus dem Jahre 1865. Vor dieser Zeit gab es eine offene Nische mit einem Madonnenbild, die sich oberhalb am Waldrand in Richtung Loffenau befand. Knapp 100 Jahre später, 1960, erhielt die Kapelle ihr heutiges Aussehen.                                                                                                              Gäste sind herzlich eingeladen, diesen besonderen Gelübde-Tag mit den Lautenbachern zusammen zu feiern.

675 Jahre Lautenbach – Lutembach
1339/40 – 2014/15

 

vor 10.000 Jahren

Funde bearbeiteter Feuersteine im Raum Bermersbach / Forbach belegen, dass damals schon Jagd- und Sammel-tätigkeit Jahren Menschen ins Murgtal geführt hat.  

1041
Beginn der Besiedelung des Murgtals durch die Grafen von Eberstein.

1339/40
Erstmalige Erwähnung im Speyrer Lehnbuch als „Lutembach“.

1453
Im sogenannten „Einwurfsvertrag“ wird Lautenbach als gemeinschaftlicher Besitz der Markgrafen von Baden und der Gra-fen von Eberstein genannt.

1683
Lautenbach zählt zum alten Amt Gernsbach und hat zwanzig katholische Familien und gehörte immer zur Pfarrgemeinde Gernsbach.

1720
Errichtung einer Sägemühle mit „allergnädigsten großherzoglichen Erlaubnis“.

1740
Bau der Kapelle zur „Heiligen Dreifaltigkeit“ im Ortskern. Sie wurde 1765 erweitert.

1781
Erstmalige Erwähnung der „Sonne“ als Straußenwirtschaft.

1815
Verheerender Brand in Lautenbach, der einen großen Teil des Orts verzehrt und ebenfalls das Gotteshaus zerstört, das ein Jahr später wieder aufgebaut wird.

1834/35
Eine todbringende Epidemie rafft 61 Personen dahin. Am 28. Dezember 1835 geloben die Lautenbacher, immer am 02. Juli einen Fest- und Sühnetag zu begehen. Die Seuche flaute ab und seitdem findet alljährlich eine Prozession zur Illertkapelle statt.

1867
Bau der Illertkapelle durch eine fromme Stiftung der ledigen Agnes Schillinger im Jahr 1865. Erst 1960 erhielt die Kapelle ihr heutiges Aussehen.

1873/74
Der Lautenbacher Friedhof wird angelegt und eingeweiht. Bis dahin wurden die Toten in Gernsbach begraben.

1891
Am 19. Juli wird der Gesangverein „Lautenfels“ gegründet.

1893
Die „Ahornquelle“ wird gefasst und die ersten Wasserleitungen bis ins Dorf verlegt.

1904
Am Ortseingang wird das Gasthaus und Hotel „Lautenfelsen“ erbaut.

1921
Gründung des Turnvereins Lautenbach im Gasthaus „Lautenfelsen“.

1924
Bau des Stauweihers für das Säge- und Elektrizitätswerk.

1924
Erster Nachweis über ein Schwimmbad in Lautenbach.

1925
Am 16. Oktober wird der „Musikverein Lautenbach“ im Gasthaus „Sonne“ gegründet.

1938
Die Freiwillige Feuerwehr Lautenbach wird gegründet. Freiwillige Helfer bauen im Jahr 1977 den ehemaligen Farrenstall zum neuen Feuerwehrhaus um.

1945
In der Schlafkammer von Otto Rothenberger versammeln sich 20 junge Burschen zur Gründung der „Kolpingsfamilie“.

1951
Gründung des „Obst- und Gartenbauvereins“.

1954
Grundsteinlegung für den ersten Bau des „Lehrlingsheims“ als Ausbildungszentrum des Gaggenauer Werks der Daimler AG.

1963
Am 02. Juli wird das neue Gotteshaus „Mariä Heimsuchung“ durch den Erzbischof von Freiburg, Dr. Hermann Schäufele, eingeweiht. Grundsteinlegung war 1961, die Glockenweihe 1963.

1972
Der Kirchenchor wird unter Kaplan Kimmig wieder ins Leben gerufen.

1973
Seit dem 01. Januar gibt es die selbständige Gemeinde Lautenbach nicht mehr. Ab sofort ist sie der kleinste Stadtteil von Gernsbach.

1981
Theresia Schiel schließt den REWE-Markt.

1982
Im Party-Raum von Heinz Dörschner, Loffenau, wird der „Modell-Flug Club Albatros Lautenbach“, ins Leben gerufen.

1982
Einweihung des neu erbauten Bürgerhauses auf den Grundmauern der alten Sägemühle, deren Fachwerks-Konstruktion bereits 1979 abgebaut wurde.

1989
Das Karlsruher Regierungspräsidium verleiht dem Stadtteil Lautenbach im November das Prädikat „Erholungsort“.

1993
Die neue Grundschule in Scheuern wird im Mai eingeweiht. Die Schüler/innen aus Lautenbach ziehen in diese Schule um.

1994
Ab März gilt Tempo 30 nun auch in Lautenbachs Straßen.

1995/96
Gründung der „Schwimmbadinitiative Lautenbach (SIL)“.

1998
Familie Steimer eröffnet im Februar in der Steintalstraße die Gaststätte „Gute Stube“.

1998
Die Bäckerei in der „Sonne“ wird zum Jahresende geschlossen.

1999
Der EDEKA-Markt Melanie Preis an der Illertstrasse schließt zum Jahresende. Seit September 1995 hatte sie auch die Post-agentur inne.

2007
25 Jahre Bürgerhaus Lautenbach. Die Lautenbacher Vereine feierten „ihre“ Mehrzweckhalle im Juli mit einem zweitägigen Fest und einem bunten Festprogramm.

2011
Im Juli wird der Kindergarten in Lautenbach für immer geschlossen.

2012
Bau bzw. Fertigstellung des neuen „Schwellwog-Treff’s“ im Schwimmbad.

2014

Ein Jahr vor dem 125jährigen Jubiläum wird am 20. Mai der Gesangverein „Lautenfels Lautenbach“ aufgelöst.

2014
Im Juni zählt der kleinste Ortsteil von Gernsbach 567 Bürgerinnen und Bürger.

Die Namensschreibung variiert auf verschiedenen Dokumenten und unterschiedlichen Zeiten zwischen Lutembach (1339), Lutenbach (1505), Luttenbach (1434 und 1525), Lauttenbach (1579), Lauterbach (1683) bis zur heutigen Schreibweise. Abgeleitet vom Dorfbach mit seinem „lauten“ Wasser.

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